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Gießlegende Olle Lofgren zieht in den Schnee, doch sein Wissen bleibt in Zutphen

Es gibt kaum jemanden auf der Welt mit mehr Gießwissen als Olle Lofgren. Doch nach mehr als 50 Jahren in der Metallindustrie, in Fabriken auf der ganzen Welt, geht der schwedische Gießspezialist bei KME in den Ruhestand. Mit Hilfe von ELICIT hinterlässt er nun sein Wissen für die nächsten Generationen. Olle: „Es war, als würde jemand mein Gedächtnis der vergangenen Jahrzehnte öffnen.“

Von klein auf in Zutphen

Olle Lofgren (66) hat wenig Zeit für ein Gespräch. Der schwedische Gießspezialist hat gerade seinen letzten Arbeitstag hinter sich und sein Haus wird ausgeräumt. Er kehrt in seine Heimat zurück und sagt Zutphen Lebewohl. „Das ist schon ein besonderer Moment. Mein Vater arbeitete bereits 1966 in dieser Fabrik, damals noch Teil von Svenska Metallverken. Manchmal nahm er uns in den Sommerferien mit und ich lief als Siebenjähriger zwischen den Maschinen herum. Und seit den 90er-Jahren arbeite ich natürlich selbst hier. Mann … und wie ich hier gearbeitet habe. Als wir den Strip Caster in Betrieb genommen haben, war ich Tag und Nacht hier. Ich habe hier auf dem Boden geschlafen.“

Weltenbummler

Olle half im Laufe der Jahre dabei, die einzigartige Messingbandgießerei des KME-Werks in Zutphen aufzubauen, zu betreiben und zu optimieren. Mit Gießwissen, das er auf der ganzen Welt gesammelt hat. Zunächst als Operator, später als (Qualitäts-)Manager. „1988 habe ich in Sambia angefangen. Diese Fabrik, nahe den Minen, war damals die zweitgrößte Einnahmequelle der sambischen Regierung. Präsident Kenneth Kaunda besuchte die Fabrik persönlich. Die Maschine lief 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Im Nachhinein eine enorme Verantwortung für einen 28-Jährigen, haha.“

Nach Sambia folgten Spanien, Wisconsin, Columbus und Buffalo, wo er für Gießereien des Konzerns weltweit verantwortlich war: China, Thailand, Finnland, Schweden, die Niederlande und die USA.

„Als wir den Strip Caster in Betrieb genommen haben, war ich Tag und Nacht hier. Ich habe hier auf dem Boden geschlafen.“

Olle Lofgren

Schonungslos ehrlicher Problemlöser

Olle machte sich einen Namen als Problemlöser, der Dinge sah, die andere nicht sahen. In einer Gießerei in Deutschland ging er an einer Bronzegießmaschine vorbei und fragte: „Habt ihr keine Qualitätsprobleme an diesen beiden Stellen des Bandes?“ Alle schwiegen. Drei Wochen später rief dasselbe Team ihn an. Die Chargen wurden tatsächlich verworfen. Es fehlten Kühlkanäle. „Das habe ich am Erstarrungsmuster erkannt.“

In Buffalo, New York, stellte er fest, dass bestimmte Teile der Form zu wenig gekühlt wurden. Das Metall erstarrte nicht an der richtigen Stelle, lief darunter aus und verursachte lebensgefährliche Dampfexplosionen. Olle installierte eine linienbezogene Überwachung und das Problem verschwand.

Sein Ansatz war überall gleich: Sprich mit Operatoren, sprich mit Technikern, sprich mit Lieferanten. Beziehe sie in deine Überlegungen ein und bleib stets ehrlich. Auch wenn es gelegentlich unbequem ist. An seinem letzten Arbeitstag in Buffalo kam ein Operator in sein Büro, schloss die Tür und sagte: „You were the worst asshole I worked with. But you were always honest.“

Einzigartiges Wissen

Mit dieser Kombination aus technischem Verständnis und Direktheit kehrte er nach Zutphen zurück, als Casting Specialist. Dort war er verantwortlich für das einzigartige Bandgießverfahren, das er selbst wachsen sah und in- und auswendig kannte. Damit produzierte er jahrelang lange Bahnen hauchdünnen Metalls für die Automobil-, Elektro- und Elektronikindustrie. Effizient und von höchster Qualität.

Bei KME war das bereits gut organisiert. Schulungsunterlagen, Arbeitsanweisungen, Dokumentation, alles war vorhanden. Außer dem großen Schatz an Wissen in Olles Kopf.

Und doch dachte Olle bereits an die Generationen nach ihm. „Ich habe mich immer mit Wissensweitergabe beschäftigt. Überall, wo ich war, habe ich gute Verfahren und Anweisungen hinterlassen. Bei KME war das bereits gut organisiert. Schulungsunterlagen, Arbeitsanweisungen, Dokumentation, alles war vorhanden.“ Ja, alles war vorhanden. Außer dem großen Schatz an Wissen in Olles Kopf. Diese unbewusste Einschätzung einer Situation, wenn sich das Metall einmal anders verhält. Dieser eine Blick, der Qualitätsabweichungen erkennt. Oder das geschulte Gehör, wenn die Maschine anders klingt als sonst. Dafür fand KME ELICIT.

„Als würde jemand Dein Gedächtnis öffnen“

Wissensanalyst Hilbert von ELICIT interviewte Olle, um dieses einzigartige Entscheidungswissen festzuhalten. Das Ziel: ein Wissenssystem zu schaffen, mit dem heutige und zukünftige Gießspezialisten und Operatoren im Gießprozess vom Schmelzofen bis zum Coiler Entscheidungen treffen können wie Olle. „Das waren intensive Interviews“, erinnert sich Olle. „Es ist, als würde jemand Dein Gedächtnis der letzten 25 Jahre öffnen: was man getan hat, warum man es getan hat, was schiefgelaufen ist und wie man es gelöst hat. Ich war jedes Mal völlig erschöpft.“

Hilbert beeindruckte ihn dabei. „Er blieb immer strikt auf Kurs. Von A nach B, kein Abschweifen. Nur die relevanten Informationen über den Prozess. Ich bin eher ein Geschichtenerzähler, also war das sicher nicht einfach für ihn.“

Das Ergebnis: Olles Wissen jederzeit verfügbar

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, sagt Olle. Das ELICIT-Modell ist eine interaktive Übersicht des Produktionsprozesses. Klickt man auf einen Parameter, sieht man sofort, wie er mit dem Rest zusammenhängt. Weicht etwas ab, zeigt das Modell, wo man schauen muss, welche Schritte und in welcher Reihenfolge diese am besten sind. Alles basiert auf Olles Wissen. „Das ist wirklich ein gutes System. Einfach zu verstehen“, sagt Olle. „Früher war Wissen auf verschiedene Schulungsunterlagen, Anweisungen und erfahrene Kollegen verteilt. Jetzt hat man es einfach auf einem Tablet dabei in einem logischen Modell. Für neue Mitarbeiter steht alles bereit, um sofort starten zu können. Das ist sehr wertvoll.“

„Früher war Wissen auf verschiedene Schulungsunterlagen, Anweisungen und erfahrene Kollegen verteilt. Jetzt hat man es einfach auf einem Tablet dabei in einem logischen Modell.“

Olle Lofgren

Ruhe und Schnee, oder doch nicht

Mit dem ELICIT-Modell und den Anweisungen als Vermächtnis kann Olle KME mit gutem Gewissen verlassen. Allerdings zeigte sich schnell, dass man sich in Zutphen noch daran gewöhnen muss. „Dienstag war mein letzter Tag und Abends kam schon der erste Anruf. Am nächsten Morgen bin ich dann doch noch eben vorbei gekommen um etwas zu lösen.“

Doch nun nimmt er Abstand, im wörtlichen und im übertragenen Sinne. Gemeinsam mit seiner Frau („Ohne sie wäre das alles nie möglich gewesen“) zieht er in den hohen Norden. Seine Wohnung in Västerås wird eingerichtet und bis dahin hält er sich in seinem Ferienhaus an der Grenze zwischen Norwegen und Schweden auf, 600 Kilometer nordwestlich von Stockholm. „Mit 85 Zentimetern Schnee und Sonnenschein, herrlich. Und die kommenden Jahre? Ganz stillsitzen ist nicht mein Stil. Beratungsanfragen aus der ganzen Welt kommen bereits rein. Ich möchte eigentlich nicht mehr so viel fliegen. Aber wir werden sehen.“

 

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„Dienstag war mein letzter Tag und Abends kam schon der erste Anruf. Am nächsten Morgen bin ich dann doch noch eben vorbei gekommen um etwas zu lösen.“

Der Gießspezialist Olle Lofgren geht in den Ruhestand und daran musste sich die Organisation erst einmal gewöhnen.

Relevante Fälle

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Seit Investoren das niederländische Unternehmen Ten Cate in Nijverdal vor zwei Jahren in Teilen übernommen haben, durchläuft es ein ambitioniertes Wachstumsprogramm. Ein umfassendes Verbesserungsprojekt soll die einzelnen Geschäftsbereiche von Ten Cate stärken – so auch bei Ten Cate Protective Fabrics.

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Gießlegende Olle Lofgren zieht in den Schnee, doch sein Wissen bleibt in Zutphen

Es gibt kaum jemanden auf der Welt mit mehr Gießwissen als Olle Lofgren. Doch nach mehr als 50 Jahren in der Metallindustrie, in Fabriken auf der ganzen Welt, geht der schwedische Gießspezialist bei KME in den Ruhestand. Mit Hilfe von ELICIT hinterlässt er nun sein Wissen für die nächsten Generationen. Olle: „Es war, als würde jemand mein Gedächtnis der vergangenen Jahrzehnte öffnen.“

Schotte Kunststoffe: Schnell intern schulen in einer komplexen Produktionsumgebung

Schotte Kunststoffe entwickelt, produziert und bedruckt Kunststoffverpackungen für verschiedene Branchen – von Lebensmittel und Chemie über Pharmazie bis hin zur Automobilindustrie. Das Unternehmen ist auf Extrusion Blow Moulding spezialisiert, ein kleinerer Teil der Verpackungen wird aus PET gefertigt. Schotte Kunststoffe betreibt Produktionsstandorte in Ens (NL) und Rheine (DE).

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