Burg-Azijn-brouwerij-avond-aspect-ratio-1320-605

Burg Azijn sichert das Wissen von Meisterbrauern und standardisiert die Produktion von Naturessig

Der raffinierte Herstellungsprozess von Naturessig befand sich bei Burg Azijn (Teil der Burg Group) im Kopf einer kleinen Gruppe von Meisterbrauern. Mit Hilfe von ELICIT verringern sie ihre Abhängigkeit von Spezialisten und schaffen durch ein standardisiertes Verfahren eine gleichbleibend hohe Qualität.

© Headerfoto: Niels Brokaar

Der besondere Essigprozess von Burg Azijn

Burg Azijn produziert Naturessig über einen natürlichen Prozess, bei dem Alkohol durch die Essigsäurebakterie Acetobacter in einem Fermentor in Naturessig umgewandelt wird. Dies ist ein feiner Prozess, bei dem eine präzise Steuerung von Temperatur und Konzentrationen entscheidend ist.
„Eine zu hohe Temperatur kann die Bakterien abtöten“, sagt Technologiemanagerin Inge Mewe. „Deshalb ist es wichtig, dass die Einstellungen korrekt vorgenommen werden. So vermeiden wir Stillstände, aber auch unnötig lange Durchlaufzeiten.“


„Wir schaffen eine standardisierte Arbeitsweise, mit der jeder Brauer selbstständig arbeiten kann und wir alle stabil auf höchstem Niveau operieren.“

Inge Mewe, Technologiemanagerin Burg Group


Eine kleine Gruppe von Spezialisten trägt die Verantwortung

Die Einstellungen für diesen „perfekten Prozess“ befanden sich größtenteils im Kopf einer kleinen Gruppe erfahrener Essigbrauer. „Wir haben ein paar Meisterbrauer, die die Anlagen in- und auswendig kennen“, sagt Produktionsmanager Viljo Pos.

Brauer Willem Wit ist das Paradebeispiel dafür. Viljo: „Er ist sogar auf dem Etikett unserer eigenen Essigmarke Tromp & Rueb abgebildet – das sagt alles. Meisterbrauer wie Willem sind rund um die Uhr eine Anlaufstelle für andere. Sie sind telefonisch erreichbar und können selbst von zu Hause aus bei Störungen unterstützen. Das macht den Prozess stark abhängig von einer kleinen Gruppe von Menschen. Da diese Gruppe nun in Richtung Rentenalter geht, wollen wir verhindern, dass dieses Wissen verloren geht.“

Wissenssicherung durch ELICIT

Technologiemanagerin Inge Mewe hatte bereits gute Erfahrungen mit ELICIT gemacht und nahm erneut Kontakt auf. „ELICIT hilft dabei, das implizite Wissen aus den Köpfen von Experten herauszuholen und es anderen Bedienern zugänglich zu machen.“

In diesem Fall interviewte Wissensanalystin Milou den Brauer Willem Wit und andere erfahrene Mitarbeiter über den Brauprozess. „Milou zerlegte Schritt für Schritt die Arbeitsweise von Willem. Sie tat das mit großem Respekt vor seinem Wissen – und man sah, wie sehr Willem Freude daran hatte, sein Wissen zu teilen. Das war schön zu sehen.“

Eine strukturierte Arbeitsweise für alle

Die Interviews führten zu einer Wissensdatei, mit der das Know-how der erfahrenen Spezialisten für andere Kollegen zugänglich wurde. Über die benutzerfreundliche Software von ELICIT können sie jetzt bei Abweichungen oder Störungen mit wenigen Klicks sehen, was mögliche Ursachen sind, was überprüft werden muss und welche Einstellungen das Problem beheben können.
„Was früher intuitiv war, hat jetzt eine logische Struktur bekommen. Komplexe Zusammenhänge im Prozess sind plötzlich verständlich. Wir erkannten, welche Aspekte für erfahrene Bediener selbstverständlich waren, für andere aber unklar“, sagt Viljo Pos. „Wir gewannen Einblick in die zugrunde liegende Logik ihrer Entscheidungen.“


„Wir sehen schnellere Reaktionszeiten bei Prozessabweichungen, und die Bediener haben mehr Handlungsmöglichkeiten bei Störungen. Außerdem sorgt das für mehr Ruhe und Übersicht.“

Viljo Pos, Produktionsmanager Burg Group


Die ersten Ergebnisse

Was brachte das Burg Azijn konkret? „Die ELICIT-Software dokumentiert die optimalen Brauprozesse auf Basis der Erfahrung unserer erfahrensten Experten“, sagt Inge. „Außerdem zeigt die Software die beste Vorgehensweise bei Störungen oder Abweichungen. So schaffen wir eine standardisierte Arbeitsweise, mit der jeder Brauer eigenständig arbeiten und wir alle stabil auf höchstem Niveau agieren können.“

Was das konkret bedeutet? Inge: „Unsere Fabrik Burg Vinegar Belgium stellte beispielsweise fest, dass bei Burg Azijn eine Einstellung in den Fermentoren anders war, was zu effizienterer Nutzung führte. Das haben sie sofort übernommen.“
Viljo ergänzt: „Wir sehen schnellere Reaktionszeiten bei Prozessabweichungen, und die Bediener haben mehr Möglichkeiten, bei Störungen einzugreifen. Außerdem sorgt das für mehr Ruhe und Übersicht im Betrieb.“

Burg Azijn kann zudem kontinuierlich neues Wissen in die Software einpflegen. Viljo: „So funktioniert sie wie ein lebendes Dokument, in dem Bediener Erfahrungen austauschen und Verfahren verbessern. Das sorgt für kontinuierliche Weiterentwicklung und aktuelle Informationen.“

Die nächsten Schritte

Der Erfolg der ersten ELICIT-Projekte führte bereits zur Ausweitung auf andere Produktionsabteilungen bei Burg Azijn. Ein ähnliches Projekt startet nun in der Blaserei zur Wissenssicherung rund um die optimale Flaschenproduktion.
„Wir haben jetzt eine bewährte Methode zur Wissenssicherung“, sagt Inge. „Das ist wertvoll für unsere komplexen Prozesse und für die Einarbeitung neuer Mitarbeiter.“

Aber auch für den Wissensaustausch mit anderen Standorten. Neben den Niederlanden und Belgien hat die Burg Group auch Essigfabriken in Frankreich, Tschechien, Deutschland und den USA. Durch einheitliche Wissensdateien für vergleichbare Prozesse rückt der ultimative Traum – ein standardisierter Arbeitsprozess über alle Standorte hinweg – immer näher.

Inge: „Wir haben eine Basis für Sicherung, zukünftiges Wachstum und Wissensaustausch geschaffen. Jetzt ist es wichtig, Wissen international zu erweitern und zu sehen, wo wir voneinander lernen können. So können wir an allen Standorten so effizient wie möglich arbeiten und mit stabilen Prozessen kontinuierlich auf höchstem Niveau produzieren.“

 

Burg-willem1-1-aspect-ratio-480-480

Meisterbrauer Willem Wit

Relevante Fälle

Schotte Kunststoffe: Schnell intern schulen in einer komplexen Produktionsumgebung

Schotte Kunststoffe entwickelt, produziert und bedruckt Kunststoffverpackungen für verschiedene Branchen – von Lebensmittel und Chemie über Pharmazie bis hin zur Automobilindustrie. Das Unternehmen ist auf Extrusion Blow Moulding spezialisiert, ein kleinerer Teil der Verpackungen wird aus PET gefertigt. Schotte Kunststoffe betreibt Produktionsstandorte in Ens (NL) und Rheine (DE).

Mondi : Schnellere Einarbeitung und weniger ungeplante Stillstände

Mondi Heerlenist Teil der Mondi Group, einem weltweit führenden Unternehmen in der nachhaltigen Papier- und Verpackungsindustrie. Am Standort Heerlen produziert Mondi sogenannte Release Liner – Trägermaterialien, die unter anderem in der Herstellung von Damenhygieneprodukten eingesetzt werden.

Ten Cate: Investitionen in Effizienz und in Menschen

Seit Investoren das niederländische Unternehmen Ten Cate in Nijverdal vor zwei Jahren in Teilen übernommen haben, durchläuft es ein ambitioniertes Wachstumsprogramm. Ein umfassendes Verbesserungsprojekt soll die einzelnen Geschäftsbereiche von Ten Cate stärken – so auch bei Ten Cate Protective Fabrics.

In Ovo: Standards für weltweite Arbeitsweise

In Ovo ist Vorreiter im Bereich des In-Ovo-Sexings. Nach jahrelanger Forschung entwickelte das Unternehmen die Maschinenlinie „Ella“. Diese kann das Geschlecht von befruchteten Hühnereiern früh im Brutprozess bestimmen. So werden Eier, aus denen ein männliches Küken schlüpfen würde, frühzeitig aus dem Prozess entfernt. Dadurch verhindert In Ovo das – in der Geflügelindustrie noch übliche – Töten lebender männlicher Küken.

Reginox: Mehr Kontrolle über Qualität

Reginox entwirft, entwickelt und produziert Spülbecken und Arbeitsplatten für den (inter-)nationalen Küchen-, Projekt- und Pflegemarkt. Standort: Rijssen
© ELICIT Online 2026